Fish ’n‘ Chips

Fischfilet in Backteig frittiert und dazu dicke frittierte Kartoffelstäbchen, das sind die berühmten Fish’n’Chips, eines der englischen Nationalgerichte und fester Bestandteil der englischen (und auch der schottischen) Küche. Sie werden sowohl in Privathaushalten zubereitet, als auch als Finger-Food in Imbissen verkauft. Auch in Restaurants sind sie inzwischen als Tellermahlzeit zu finden.

Die Kartoffelstäbchen sind aber nicht einfach Pommes Frites, sondern deutlich dicker (ca. 1,5 cm dick und 7-9 cm lang) , weshalb sie weniger knusprig sind als diese, sondern eher weichere Kartoffelstäbchen sind. Der für Fish and Chips verwendete Fisch ist meist Kabeljau, aber auch andere Fische mit weißem Fleisch sind gut geeignet: von Seelachs bis Scholle gibt es verschiedene Sorten. Typische Beilage ist ein Erbsenbrei (Mushy Peas). Die Kartoffelstäbchen in Salz gewendet und mit einer Essigsauce versehen sind einfach „britisch pur“.

Traditionell ist man Fish and Chips mit den Fingern und sie werden in einer aus Zeitungspapier gebildeten, trichterartigen Tüte serviert (auch wenn letzteres heutzutage kaum noch üblich ist, da Hygienevorschriften das nicht mehr ermöglichen).

Historie der Fish and Chips

Zwei Hände essen Fish and Chips mit Mushy Peas (Erbsenbrei)

Gebackene Kartoffelchips waren ein günstiges Essen und scheinen (auch wenn das historisch nicht 100% gesichert ist) aus Frankreich nach England gekommen zu sein. Und Fisch war auf der britischen Insel auch weithin verfügbar. Immer öfter wurden diese auch zusammen gegessen, wohl bereits im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Nationalgericht war es damals aber noch nicht.

Erste spezielle Geschäfte für Fish’n’Chips wurden in den 1860er Jahren eröffnet: 1860 in London in der Cleveland Street oder 1863 im Norden von England (Nahe Oldham). Wichtig war damals die Entstehung von Atlantik-Fischfang und Eisenbahn: nur so konnte frischer Fisch in ausreichender Menge über Nacht bis nach London kommen.

In der industriellen Revolution verbreitet sich Fish and Chips immer stärker als wohlschmeckende und einfach zuzubereitende (und preisgünstige) Mahlzeit, die häufig von kleinen Familienbetrieben verkauft wurde. Immer mehr wurden sie so zum Nationalgericht in England. Im Jahre 1910 soll es bereits um die 25.000 Fish’n’Chips-Shops gegeben haben.

Wissenswertes zu Fish’n’Chips

In „Oliver Twist“ von Charles Dickens wird 1839 über ein „fried fish warehouse“ geschrieben. Man kann davon ausgehen, dass es dabei um einen Vorgänger der späteren Fish’n’Chips Imbisse handelt.

[recipe name=“Fish ’n‘ Chips“ ingredients=“500 g Kartoffeln (festkochend); 500 g Fisch (Seelachs, Kabeljau oder Schellfisch); 250 g Mehl; 200 ml Milch; 150 ml Mineralwasser (sprudelnd); 200 g Erbsen (Tiefkühl); 2 Esslöffel Sahne; 2 Esslöffel Essig (weiß); 1 Zwiebel; 1/2 Zitrone; Sahne“]

Hier müssen wir eigentlich drei Rezepte aufzeigen: einmal für den Fisch, einmal für die Chips und natürlich für die Beilage, den Erbsenbrei (Mushy Peas). Versuchen Sie, die Zubereitungsschritte so zu planen, dass alles gleichzeitig fertig wird, damit es noch heiß und frisch genossen werden kann.

###Backteig für den Fisch#Nehmen Sie 250 g Mehl und mischen Sie es mit etwas Salz (evtl. auch etwas Pfeffer), häufen es zu einem Haufen auf und machen in der Mitte eine Mulde. In einer anderen Schüssel mischen Sie 200 ml Milch, 150 ml Mineralwasser (sprudelnd; Sie können auch die Hälfte davon durch ein, natürlich englisches, Bier ersetzen), ein verquirltes Ei und 2 Esslöffel weißer Essig. Diese Mischung dann schrittweise in die Mulde des Mehlhaufens geben und zu einem Teig verrühren. Etwa 10 Minuten ruhen lassen.

Den Fisch etwas salzen und nach 10 Minuten trocken-tupfen. Dann portionieren, in den Teig tauchen und bei ca. 160°C für 4-5 Minuten in Fett fritieren (Alternativ können Sie 3-4 Minuten bei 175°C fritieren, was aber zu einer etwas anderen Konsistenz führt; probieren Sie es einfach mal aus, was Ihnen besser schmeckt). Der Teigmantel sollte dabei knusprig und goldbraun werden. Übrigens: Für den Fisch nehmen Sie am besten weiß-fleischigen Fisch mit große Gräten, damit Sie diese vorab entfernen können.

###Die Kartoffel-Chips#Nehmen Sie auf jeden Fall vorwiegend festkochende Kartoffeln und zwar nach Möglichkeit große Exemplare. Schälen Sie die Kartoffeln, schneiden Sie diese in 1 bis 1,5 cm dicke Stäbchen (mindestens Fingerdicke) und legen sie diese für mind. 10 Minuten in Wasser. Dann die Kartoffelstäbchen trocken tupfen (weil es sonst extrem spritzt, wenn sie diese nass in das Frittierfett geben würden).

In 150°C heißen Öl frittieren, bis sie goldgelb sind. Das sollte nach ca. 4 Minuten soweit sein. Geben Sie am besten pro Frittiervorgang nicht allzuviele Kartoffelstäbchen ins Fett, damit dieses nicht zu weit abkühlt.

###Mushy Peas (Erbsenbrei)#Sie brauchen 200 g Tiefkühl-Erbsen. Geben Sie diese mit einem Esslöffel Butter in einem Topf und dünsten Sie diese etwa 10 Minuten. Vom Herd genommen etwas abkühlen lassen. Dann Saft einer halben Zitrone zugeben, mit Salz und Pfeffer würden und mit einem Pürrierstab vermixen. Als Alternative können Sie auch noch eine halbe (oder eine kleine ganze) Zwiebel kleinhacken und zwei Minuten andünsten, bevor Sie die Erbsen zum Dünsten in den Topf geben. Auch 2 Esslöffel Sahne können den Erbsenbrei noch abrunden.

[/recipe]

Bücher zu Fish’n’Chips

A Guide to London’s Classic Cafes and Fish and Chip Shops

Ein Führer durch London in die klassischen Cafes und Fish’n’Chips Läden.

 

Fish and Chips: A History

Ein Buch zur Geschichte des englischen Nationalgerichts.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.