Crema Catalana – das spanische Dessert

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Die Crema Catalana, eine Dessertcreme mit einer knackigen Karamellschicht an der Oberfläche, ist heutzutage wohl ohne Zweifel das bekannteste spanische Dessert und erfreut sich mittlerweile weltweit einer großen Beliebtheit. Wie der Name bereits verrät, gilt die Crema Catalana als eine Spezialität Kataloniens. In der katalanischen Küche ist sie jedoch auch unter den Namen Crema cremada („verbrannte Creme“) oder Crema quemada serviert.

Die Creme selbst basiert als Zutaten auf vielen Eigelben, Zucker und Milch, die verrührt werden. Das Besondere ist jedoch die knusprige Karamellschicht an der Oberfläche, die dadurch entsteht, dass zusätzlich eine dünne Zuckerschicht auf die Creme gegeben wird, welche traditionell mit einem Eisen, das im Feuer erhitzt wurde, gebrannt wird, bis sich Karamell bildet. Wer ein solches traditionelles Eisen nicht zur Hand hat, der kann alternativ auch einen Bunsenbrenner oder die Grillfunktion des Backofens verwenden, wobei man jedoch sehr aufpassen muss, dass nicht die gesamte Creme verbrennt.

Wer die Creme nicht pur verspeisen möchte, der kann sie auch als Füllung für Obstkuchen oder in süßen Gebäckstücken verwenden.
Als Dessertcreme wird die Crema Catalana typischerweise in einfachen Tonschälchen serviert.

Historisches

Erste Erwähnung findet die Crema Catalana bereits im Mittelalter in den Kochbüchern Libre de Sent Soví und Libre del Coch, weshalb sie zu den ältesten bekannten Nachspeisen Europas zählt. Doch wie genau entstand das Rezept für die Creme?

Eigentlich war die Entstehung der Crema Catalana dem Zufall geschuldet, denn die Nonnen eines Klosters beabsichtigten eigentlich, einem Bischof, der zu Besuch in ihr Kloster kam, einen Flan als Nachtisch zuzubereiten, der jedoch eine zu flüssige Konsistenz hatte und die Nonnen diesen dann kurzerhand als Creme in einem Schälchen servierten.

Wissenswertes

Die Crema Catalana wird in Spanien teils auch Crema de Sant Josep bekannt, weil sie früher vor allem am Namenstag des heiligen Josefs am 19. März, serviert wurde.

Inzwischen existieren viele Produkte, die durch den Geschmack oder den Geruch von Crema Catalana inspiriert worden sind, wie zum Beispiel Parfums, verschiedene Milcheis-Sorten oder Turrón catalán.

Schalten mit Crema Catalana, Brenneisen über der einen Schalte, dort Rauch
So sieht der original Brennvorgang der Crema Catalana aus (rechts ungebrannte, links fertige Schalen)

Ähnliche Gerichte

Auf den ersten Blick sieht die Crema Catalana einer französischen Crème Brûlée, ebenfalls einem echten Dessertklassiker, zum Verwechseln ähnlich, vor allem wegen der Karamellkruste, die beide Cremes bedeckt. Der Unterschied in der Zubereitung liegt jedoch darin, dass bei der Crema Catalana statt üppiger Sahne nur Milch verwendet wird und diese nicht mit Vanille aromatisiert wird, sondern mit Zimt und Zitronen- oder Orangenschalen, wodurch sie ihren individuellen Geschmack erhält. Außerdem rühren sie eine Crème Brûlée klassischerweise im Wasserbad, eine Crema Catalana dagegen nicht. Alle Unterschiede zwischen spanischer und französischer Creme-Variante im Detail.

Auch in der Schweiz gibt es auch ein ähnliches Rezept: die Brönnti Creme. Ähnlich ist auch die Bayrisch Creme in Deutschland, die allerdings nur die Creme ist ohne das Karamell.

Varianten: Crema Catalana Eis

In Katalonien existiert mittlerweile eine gefrorene Variante der Creme. Es handelt sich dabei um ein „Crema Catalana“-Eis, welches stilecht ebenfalls mit einer Karamellschicht überzogen ist.

Rezepte für Crema Catalana

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Crema Catalana
Schale mit Crema Catalana, ein Löffel voll herausgenommen
Menüart Dessert
Küchenstil Spanisch
Portionen
Zutaten
Menüart Dessert
Küchenstil Spanisch
Portionen
Zutaten
Schale mit Crema Catalana, ein Löffel voll herausgenommen
Anleitungen
  1. Zuerst schälen Sie mit einem scharfen Messer die Schalte der Zitrone ab (nur den gelben Teil, da der weiße Teil das Ganze sonst bitter macht). Alternativ können Sie die Zitronenschale auch abreiben.
  2. Als nächstes nehmen Sie etwas von der Milch und lösen darin die Maisstärke (Ersatzweise normale Speisestärke) auf. Am besten passieren Sie diese dann noch durch ein Sieg, damit es keine Klümpchen gibt.
  3. Jetzt in einem weiteren Gefäß den Zucker mit den Eigelb vermischen und cremig schlagen. Damit haben Sie alle Vorbereitungen gemacht und der Hauptteil kann beginnen.
  4. Die Milch mit der Zitronenschale und der Zimtstange in einem Topf erhitzen. Wenn die Milch zu kochen beginnt die Hitze wieder zurück nehmen.
  5. Zimtstange sowie Zitronenschale wieder aus der Milch nehmen und die heiße Milch zur Eigelb-Zucker-Mischung geben und vermengen. Diese Mischung dann zurück in den Topf und wieder auf den Herd.
  6. Die aufgelöste Maisstärke mit einem Schneebesen in die Masse einrühen. Die Crema nochmal kurz (!) aufkochen und dann bei schwacher Hitze unter dem Kochpunkt halten, bis die Masse die gewünschte Dicke erreicht hat (Achtung: eine gute Crema Catalana darf nicht länger kochen). Dabei mit einem Löffel oder Spachel immer wieder umrühren, aber bitte immer in die gleiche Richtung.
  7. Die Masse in tönerne Schalten geben und im Kühleschrank abkühlen lassen. Ideal ist, Sie stellen die abgefüllten Gefäße in ein kaltes Wasserbad und rühren ab und zu nochmal um.
  8. Dann Zucker oben auf die kalte Masse geben und karamellisieren, bis sie braun wird. Traditionell wird das in Spanien mit einem speziellen heißen Brenneisen gemacht, das auf die Masse gedrückt wird. Sie können aber natürlich ersatzweise auch einen Flamierbrenner bzw. Bunsenbrenner verwenden (was eigentlich eher typisch für Creme Brulee und nicht typisch spanisch wäre).

Brenneisen für Crema Catalana kaufen – Bezugsquellen

Die Brenneisen für Crema Catalana sind in Deutschland nur sehr schwer zu erhalten. Sie können zwar alternativ auch einen Flambierbrenner verwenden, aber eine original Crema Catalana ist es natürlich nur mit einem Brenneisen, auf spanisch „Quemador azucar“ oder „Pala quemar azucar“. Hier einige Bezugsquellen.

Profi-Brenneisen für Crema CatalanaProfi Brenneisen für Crema Catalana

Diese elektrische Brenneisen ist die Profi-Version, die auch oft in Spanien verwendet wird.

Kosten ca. € 65,- bis € 70,-

 

Einfaches elektrisches Brenneisen für Crema CatalanaEinfaches elektrisches Brenneisen zum Karamellisieren

Hinweis: in der Produktbeschreibung wird gesagt, dieses Brenneisen sei für Creme Brulee, das ist aber ein Fehler. Brenneisen wie dieses werden für Crema Catalana verwendet. Einfach den Zucker mit dem heißen Brenneisen kurz berühren, so dass er karamelisiert (er soll braun werden, aber nicht schwarz verbrennen).

Kosten ca. € 35,- bis € 40,-

 

Traditionelles Brenneisen für Crema Catalana

Diese Brenneisen wird auf dem Herd oder an einer anderen Hitzequelle erhitzt. Das ist die traditionelle Art, den Zucker der Crema Catalana zu brennen bzw. zu karamellisieren (auch wenn heute eher die elektrischen Brenneisen genutzt werden).

Kosten ca. € 5,- bis € 20,-

 

Original Schälchen für Crema Catalana kaufen – Bezugsquellen

10er-Pack Terracotta-Schälchen

Schöne, originale Tonschälchen für Crema Catalana. Im 10er-Pack günstiger als im Einzelkauf.

Ca. € 15,- bis € 20,- für 10 Schälchen

 

Tonschälchen 13 cm für Crema CatalanaTon-Schälchen für Crema Catalana
Durchmesser 10 cm oder Durchmesser 13 cm oder Durchmesser 15 cm

Kaufen Sie eine beliebige Anzahl in verschiedenen Größen – ganz nach Ihrem Wunsch.

Preis ca. € 1,90 bis € 3,50 je Schälchen

 

Ein Gedanke zu „Crema Catalana – das spanische Dessert

  • 18. Oktober 2018 um 16:08
    Permalink

    Sehr schöne Geschichte mit kleinem Logik-Fehler: Wenn die Nonnen eigentlich einen Flan machen wollten und dabei versehentlich die Crema Catalana erfanden, ist logischerweise der Flan das ältere Rezept. Und ich denke, der Flan steht auch auf der Liste der bekannten spanischen Desserts klar auf Platz 1.

    Aber die Crema Catalana kommt direkt danach 🙂

    Antwort

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