Pad Thai

Pad Thai (ผัดไทย) ist das bekannteste Nationalgericht Thailands. Es besteht im Wesentlichen aus mit Ei gebratenen Reisnudeln, Tofu, Tamarinde, getrockneten Garnelen und auf Wunsch frische Riesengarnelen. Das Entscheidende ist, Geschmacksrichtungen wie süß, sauer, salzig, würzig und teils auch bitter perfekt aufeinander abzustimmen und zu vereinen. Typischerweise wird es mit Blüten einer Bananenblume serviert. Pad Thai (teils auch Phat Thai geschrieben) gibt es in Thailand in einer riesigen Zahl von kleinen Straßen- und Garküchen sowie in praktisch jedem Restaurant.

Historie von Pad Thai

Große Bratfläche mit Zutaten zu Pat Thai in der ZubereitungEin Nationalgericht ist Pad Thai eigentlich erst seit etwa Ende der 30er Jahre. Nachdem das Land im Rahmen einer Revolution von einer absoluten Monarchie zu einer Demokratie geworden war, gab es zu Zeiten des zweiten Weltkriegs Ende der 30er Jahren im Land einen Reismangel. Die Regierung versuchte mit einem Wettbewerb, ein neues Nationalgericht aus Reisnudeln zu finden, denn diese brauchten nur halb  so viel Reis und waren billig zu produzieren. Pad Thai ist das Gewinnergericht aus diesem Wettbewerb und gerade zu Beginn war es ein patriotisches Verhalten für Thailänder, Pad Thai zu essen. Verantwortlich für das Ganze (und damit für das Nationalgericht der Thais) ist Premierminister Plaek Pibulsonggram, häufig auch einfach Phibun genannt (er war es auch, der das Land von „Siam“ in „Thailand“ umbenannte).

Die Zeit 1939 bis Mitte der 40er Jahre war allerdings auch stark nationalistisch ausgerichtet. Der Einfluss chinesischer Immigranten sollte mit verschiedenen Gesetzen begrenzt werden. Ziel war eine geeignet Gesellschaft. Diese allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen fielen zusammen mit der starken Promotion von Pad Thai, das ideal war, um die thailändische Identität zu stärken.

Allerdings wurde das Rezept 1930 nicht erst erfunden. Vielmehr waren zu Zeiten des Ayutthaya-Königreichs (1351 bis 1767) sowohl die Reisnudeln als das „rührende Braten“ als Zubereitungsart von China nach Thailand gekommen, wohl durch vietnamesische Händler um 1700. Die Thailänder hatten das dann übernommen und mit eigenen Zutaten und Gewürzen an den eigenen Geschmack angepasst. So existierte das Gericht schon mehrere Jahrhunderte im Land, wenn auch eher selten und ohne große Beachtung – bis es offiziell zum Nationalgericht erkoren wurde. Und heute ist es weltweit als solches bekannt.

Wissenswertes zu Pad Thai

Pad Thai auf Eieromelett serviert
Typische Art zu Pad Thai zu servieren: auf bzw. in Omelett aus Ei.

Pad Thai hieß ursprünglich eigentlich „Gway Teow Pad Thai“. Gway Teow steht in der chinesischen Sprache für Reisnudeln, Pad heißt Braten und Thai ist natürlich der Namensbestandteil für Thailand. Heutzutage wird das Gericht aber praktisch immer nur kurz Pad Thai genannt.

Die in der westlichen Hemisphäre der Welt häufigen Varianten mit anderen Fleischsorten oder Hühnchen als auch überhaupt mit anderen Zutaten als Tofu und Garnelen sind in Thailand völlig unüblich und haben mit dem authentischen Originalgericht kaum etwas zu tun.

Pad Thai wurde im Jahr 2011 bei einer Leserwahl von CNN auf Platz 5 der leckersten Lebensmittel der Welt gewählt.

Ach ja: Pad Thai ist ein so genanntes Einteller-Gericht. Niemals werden dabei Nudeln, Reis oder sonst irgendetwas auf einem zweiten Teller gereicht.

Originalrezept Pad Thai

Rezept drucken
Pad Thai
Menüart Hauptgericht
Küchenstil Asiatisch
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 20 Minuten
Wartezeit 5 Minuten
Portionen
Personen
Zutaten
Pad Thai Soße
Menüart Hauptgericht
Küchenstil Asiatisch
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 20 Minuten
Wartezeit 5 Minuten
Portionen
Personen
Zutaten
Pad Thai Soße
Anleitungen
  1. Zuerst die Pad Thai Soße herstellen. Dazu alle Zutaten in einen Topf geben und ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Dann vom Herd nehmen und unbedingt abkühlen lassen, bevor mit dem Pad Thai weitergekocht wird. Alternativ einfach eine Pad Thai Soße kaufen.
  2. Reisnudeln: In Thailand werden meist frische Reisnudeln verwendet. Da man diese in Deutschland kaum bekommen, kaufen Sie getrocknete Reisnudeln übergießen diese warmem (NICHT mit kochendem) Wasser und weichen diese 7-10 Minuten ein. Dann Wasser abgießen.
  3. Während die Reisnudeln einweiche die Erdnüsse (sofern nicht schon grob gehackt) klein stoßen und in trockener Pfanne anrösten, bis sie hellbraun werden. Dann beiseite stellen.
  4. Tofu von allen Seiten etwas mit Kurkuma einreiben (in Thailand ist der Tofu oft schon entsprechend eingelegt). Dann Tofu in kleine Würfel (1-2 cm) oder dünne Streifen von 2-3 cm schneiden. Schalotten in 3-5 cm Stücke schneiden. Knoblauch klein hacken. Die frischen Garnelen schälen (Schwanz allerdings dran lassen).
  5. Pflanzenöl in Pfanne erhitzen. Dann Tofu, getrocknete und frische Garnelen und Knoblauch hinein geben und unter ständigem Pfannenrühren braten.
  6. Das Gebratene etwas an die Seite schieben und das Ei in die Pfanne geben. Dann direkt Eigelb und Eiweiß vermischen (kann man auch machen, bevor man das Ei in die Pfanne gibt). Wenn das Ei etwas angebraten ist, das Ei zerkleinern und mit den restlichen Zutaten sowie der dazu gegebenen Pad Thai Soße gut vermischen.
  7. Jetzt die weichen Reisnudeln dazu geben und etwas anbraten. Die Nudeln sollten dabei nicht trocken werden (notfalls noch etwas Flüssigkeit zugeben).
  8. Jetzt die Schalotten (oder alternativ den Schnittlauch) sowie die Sojasprossen dazu geben und alles gut durchmischen.
  9. Aus der Pfanne auf eine Teller geben, mit den gerösteten Erdnüssen bestreuen und eine halbe Bananenblüte dazu legen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.