Vegemite

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Genau genommen ist Vegemite kein Gerichte oder Rezept, sondern ein industrielles Lebensmittel. In Australien hat es aber derartige Berühmtheit, dass man es unter die australischen Spezialitäten trotzdem unbedingt aufnehmen muss. Denn wer schon einmal in Australien war, kam sicher schon in den Genuss von Vegemite. Der dunkle Brotaufstrich ist in etwa 80 % aller australischen Haushalte als Grundnahrungsmittel vorhanden. Alle anderen kennen den „Geschmack Australiens“ vermutlich eher nicht. Der Brotaufstrich besteht hauptsächlich aus Bierhefe, die reich an Vitaminen aus dem Vitamin-B-Komplex ist. Der Rest der Rezeptur wird streng geheim gehalten.

Historie von Vegemite

Vegemite hat eine fast 100-jährige Geschichte hinter sich: Es wurde bereits 1922 in Melbourne erfunden. Dr. Cyril P. Callister entwickelte für seinen Arbeitgeber, den australischen Lebensmittelhersteller Fred Walker (1884-1935), eine Rezeptur , die dem britischen Marmite ähnelte. Als Grundzutat diente Bierhefe. Zunächst gestalteten sich die Verkäufe unter dem Namen „Pure Vegetable Extract“ eher zäh. Und seinen heutigen Namen bekam Vegemite aber erst zwei Jahre später durch einen Wettbewerb um die Namensgebung (Gewinn: 50 Pfund).

Allerdings wurde Vegemite von 1928 bis 1935 nicht unter diesem Namen verkauft. Durch die Sicherung von Rechten an einem anderen Produkt (nämlich Parwill) und den Verkauf unter diesem Namen stieg die Bekanntheit des Unternehmens und damit auch die Verkaufszahlen. Ab 1935 wurde aber wieder der ursprüngliche Name verwendet. Im Zweiten Weltkrieg erhielten die australischen Truppen Vegemite in ihren Rationen. Um Engpässe zu vermeiden bat man die Zivilbevölkerung in dieser Zeit, ihren Konsum wenn möglich einzuschränken. Zwar war Vegemite nach dem Tot von Freddy Walker (1935) von der amerikanischen Firma Kraft Foods übernommen worden, jedoch war sein Ruhm kaum zu stoppen.

Wissenswertes

Es gilt als der Stolz der Nation und wenn es um ihr Vegemite geht, verstehen die Australier keinen Spaß. Vegemite ist auf Souvenirs zu sehen und wird sogar in Liedern besungen. Vegemite hat etwas Nostalgisches: Es soll eine Verbindung zu den einfacheren Zeiten darstellen und auf die Schlichtheit der australischen Kultur hinweisen. 2007 fand Vegemite sogar Erwähnung durch den australischen Premierminister. Er sagte, er sei ein „Toast- und Vegemite-Typ“.

Nummer 1 in Australien, kaum bekannt woanders

Scheibe Toast, gebuttert und mit Vegemite bestirichen
Ganz typisch Australisch: gebutterter Toast mit Vegemite.

Australiens Brotaufstrich Nummer 1 konnte sich bisher nicht weltweit durchsetzen. Der Grund: sein eigenwilliger Geschmack. Vegemite schmeckt leicht bitter, malzig und salzig – man liebt diesen Geschmack oder eben nicht. Mit etwa 800 kJ auf 100 Gramm ist es zwar recht nahrhaft, allerdings dafür frei von Fett. Aufgrund des Salzgehaltes von 8 % (früher sogar 10%) sollte es sowieso in Maßen genossen werden. Daneben sind die Vitamine B1, B2, B3 und Folsäure enthalten, weshalb es nach 1940 von Britischen Ärzten auch zur Nahrungsergänzung empfohlen wurde. Die Rezeptur für das Originalprodukt hat sich seit übrigens seit der Markteinführung 1923 nicht verändert, auch wenn inzwischen Salzgehalt reduziert und zusätzlich Vitamin B6 und B12 zugesetzt wurden.

Beliebt ist der Brotaufstrich besonders auf dem australischen Frühstückstisch. Vegemite lässt sich recht gut streichen und schmeckt auf Toast, Weißbrot oder auch Cracker. Wer mag, nimmt darunter eine dünne Schicht Butter. Auch zum Kochen lässt es sich vielseitig verwenden. Australier backen damit Waffeln und Pfannkuchen, Pizza und Burger oder geben damit auch Suppen oder ihrer Bolognese eine malzige Note.

Bezugsquellen Vegemite

Vegemite, 220g, c. € 8,-

Vegemite, 2x 220g, ca. € 15,-

Vegemite, 400g, ca. € 15,-

Vegemite Tube, 145g, ca. € 7,50

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