Kuru Fasulye

Weißer Bohneneintopf – das ist Kuru Fasulye, das auch als türkisches Nationalgericht angesehen wird. Zentral sind weiße Bohnen, Olivenöl, Zwiebeln und Tomatenmark, die je nach Region auch mit Fleisch oder Gemüse (Paprika, Kartoffeln, Petersilie) ergänzt werden. Typischerweise wird als Beilage Pilav (Reis) gereicht – oder es wird mit Bulgur gegessen. Manchmal auch nur einfach türkisches Brot.

Historie von Kuru Fasulye

Eintöpfe mit weißen Bohnen gibt es in sehr viele Ländern. Ein wichtiger Teil der türkischen Küche wurde Kuru Fasulye aber etwa im 18. Jahrhundert, in dem es sich weit verbreitete – so weit, dass es heute als Nationalgerichte gelten kann (von dem die türkische Küche ein große Vielzahl zu bieten hat).

Wann allerdings Kuru Fasulye das erst mal in der Türkei aufgetaucht ist, dazu gibt es zwei verschiedene Ansätze. Zum einen wurden nach bisherigen Erkenntnissen Trockenbohnen, die die zentrale Grundlage für Kuru Fasulye sind, erstmalig im 15. Jahrhundert auf anatolischen Ländereien angebaut. Ursprünglich stammte die Bohnen aus Mittelamerika und war über Europa und den Balkan als erstes Anbaugebiet dort nach Anatolien gekommen. Dort hatte sich der Anbau dann über die Jahrhunderte weiter ausgebreitet, bis die Bohne wie bereits erwähnt im 18. Jhdt. regelmäßig in der türkischen Küche ankam. Das sagt auch der kulinarische Forscher und Journalist Nedim Attila, der sich intensiver damit beschäftigt hat.

Allerdings gibt es auch Ausgrabungen der antiken Stadt Myndos – heute gelegen in der Stadt Gümüsklük (Bezirk Bodrum) – in der getrocknete Bohnen aus dem 4. Jahrhundert gefunden wurden. Das weißt darauf hin, dass Bohnen zumindest schon früher nicht völlig unbekannt waren in der Region.

Wissenswertes zu Kuru Fasulyse

Übersetzt man Kuru Fasulye wortwörtlich ins Deutsche, dann heißt das eigentlich nur „trockene Bohnen“.

Verkauft wird es in der Türkei sehr häufig auch aus kleine Wagen der Straßenküche.

Achtung: die Bohnen sind zwar sehr gesundheitsfördernd und proteinreich, aber sie erzeugen auch Blähungen.

Eine Portion Kuru Fasulye

Ähnliche Gerichte

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Traditionelles Kuru Fasulye Rezept

Zutaten Kuru Fasulye: weiße Bohnen, Zwiebel, Tomatenmark,  eventuell Sucuk oder Lammfleisch, evtl. Paprika
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Kuru Fasulye
Kuru Fasuyle ist ein sehr einfach zuzubereitendes Rezept, das durch die notwendige Zeit zum Einweichen der Bohnen aber rechtzeitig vorbereitet werden muss. Die verschiedenen optionalen Zutaten lassen vielfältige und in der Türkei typische Varianten entstehen.
Typische Kuru Fasulye in Keramit-Pot
Vorbereitung 15 min
Kochzeit 30-60 min
Wartezeit 4-8 Stunden
Portionen
Personen
Zutaten
Optionale Zutaten nach Wunsch
  • 1 Stück Paprika rot auf Wunsch und Geschmack auch noch eine grüne Paprika dazu
  • 1 TL Chillipaste wenn man es etwas schärfer möchte
Optionale, nicht-vegetarische Einlagen je nach Geschmack
Vorbereitung 15 min
Kochzeit 30-60 min
Wartezeit 4-8 Stunden
Portionen
Personen
Zutaten
Optionale Zutaten nach Wunsch
  • 1 Stück Paprika rot auf Wunsch und Geschmack auch noch eine grüne Paprika dazu
  • 1 TL Chillipaste wenn man es etwas schärfer möchte
Optionale, nicht-vegetarische Einlagen je nach Geschmack
Typische Kuru Fasulye in Keramit-Pot
Anleitungen
  1. Die getrockneten Bohnen werden traditionell über Nacht in Wasser eingeweicht (am besten vorher Bohnen gut abwaschen und dann zum Einweichen in warmes Wasser geben). Allerdings kann man sie auch - je nach Bohnensorte - auch nur morgens 3-4 Stunden einweichen. Prinzipiell möglich - aber unüblich - ist es, die Bohnen gar nicht einzuweichen und dafür aber deutlich länger zu kochen.
  2. Das Wasser der gequollenen Bohnen abgießen. Bohnen jetzt in frischem Wasser kochen, bis sie weitgehend, aber noch nicht ganz weich sind (sie werden später noch etwas weicher). In den ersten Minuten entsteht dabei oft ein Schaum (weil Gas bzw. Luft die Bohnen verlässt) - diesen Schaum entfernen sie am besten mit einem Schaumlöffel. Die Kochzeit liegt je nach Bohnensorte und Einweichzeit zwischen 30 min und 60 min - kochen Sie so lange, bis die Bohnen weich sind. Je nach Geschmack kann man die Bohnen auch weicher kochen oder noch etwas bissfester lassen.
  3. Zwiebeln kleinschneiden. Die Stücke sollten deutlich kleiner sein als die Bohnen. Verwenden Sie Paprika, auch diese kleinschneiden (Stück auch nicht größer als Bohnen). Wenn Sie Lammfleisch verwenden möchten, dann schneiden Sie da in kleine Würfel. Verwenden Sie Sucuk, schneiden sie schmale Scheiben - Menge jeweils nach Geschmack.
  4. Olivenöl in der Pfanne erhitzen. Darin die kleingeschnittenen Zwiebeln (und ggf. die Paprikastücke) anbraten (sautieren). Pfanne aber nicht zu heiß, damit die Zwiebeln nicht verbrennen (leicht anbräunen dürfen sie aber für das Aroma). Wenn Sie das Rezept Lammfleisch oder mit Sucuk zubereiten, dann auch diese anbraten.
  5. Jetzt das Tomatenmark (und falls Sie kein Domates Salçasi verwenden: etwas Gewürze wie z.B. Paprikapulver) in die Pfanne geben und nochmal 5 min weiterbraten.
  6. Die gekochten Bohnen mit in die Pfanne geben, kurz weiterbraten lassen und mit etwas Pfeffer und Salz würzen.
  7. Heißes (!) Wasser zugeben, so dass die Bohnen ganz bedeckt sind.
  8. Nochmal 30 bis 45 min (normaler Kochtopf) oder 15 min (im Schnellkochtopf) bei schwächer Hitze köcheln.
  9. Am besten sofort heiß servieren (schmeckt aber auch aufgewärmt noch gut).
Rezept Hinweise

Hinweis: verwendet man fertig gekochte Bohnen aus der Dose, entfällt der zweite Schritt (das Kochen der Bohnen) natürlich.

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